Sinn und Zweck
Was sind First Responder oder Helfer vor Ort PDF Drucken E-Mail

First Responder (englisch für erste Antwort/erste Reaktion) steht für:

„qualifizierte Erste-Hilfe im Notfall“.

Bei vielen Notfällen steht der Faktor „Zeit“ an erster Stelle und ist entscheidend für die Überlebenschancen eines Patienten bei Unfällen oder schweren Erkrankungen, wie dem plötzlichen Herztod. Wird z. B. bei einem Herzstillstand das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, tritt bereits nach 4 – 5 Minuten eine bleibende Schädigung ein, nach 10 Minuten ist in der Regel kein Überleben mehr möglich.

Das Ziel der First Responder der Feuerwehr Burgthann ist es, die Zeitspanne vom Notruf bis zur qualifizierten Ersten-Hilfe so gering wie möglich zu halten und damit die Erfolgsaussichten für die Behandlung des Patienten zu verbessern. Ein Notfallpatient soll nicht auf zufällig geleistete Erste-Hilfe angewiesen sein, sondern sach- und fachgerechte Erste-Hilfe erhalten.

Zur Zeit betreiben über 70 Feuerwehren in Bayern eine First Responder Einheit – mit steigender Tendenz, denn das System hat sich bewährt und rettet tagtäglich Menschenleben!!

Wieso reicht die bisherige Erste-Hilfe nicht aus?

90 % der Schwerverletzten erhalten nach einem Unfall keine lebensrettenden Sofortmaßnahmen, 34 % der Bevölkerung haben überhaupt keine Ausbildung in Erster-Hilfe. Und 48 % derjenigen, die an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen haben, fühlen sich unsicher und ratlos. Notfall- und Unfallzeugen sind in den wenigsten Fällen in der Lage, richtig zu helfen. Die First Responder Tätigkeit ist deshalb als eine Verbesserung der bisherigen Sofortmaßnahmen anzusehen!

Die First Responder verstärken also das schwächste Glied in der Rettungskette, die Laienhilfe.

Ist die Erstversorgung von Notfallpatienten auch Aufgabe der Feuerwehr?

Die Feuerwehr ist mit ihrer guten personellen Struktur und Alarmierungsmöglichkeiten geradezu ideal geeignet, sich in dieses System zu integrieren. Ausgestattet mit Funk-Meldeempfängern, Notfallmedizinischer Ausrüstung, Fachwissen und speziellen Einsatzfahrzeugen können so diese Notfallhelfer eine qualitative Verbesserung der präklinischen Versorgung von Notfallpatienten sicherstellen.

Welche Ausbildung haben die First Responder?

Die First Responder erhalten in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen BRK, MHD, JUH und ASB eine umfassende notfallmedizinische Ausbildung, von der Wundversorgung bis zur Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Frühdefibrillation bei Herzstillstand (Elektroschocks). Die Ausbildung und auch die ständige Fortbildung stehen unter fachärztlicher Kontrolle durch einen erfahrenen Notarzt. Einige First Responder haben bereits seit vielen Jahren eine große Erfahrung als Sanitäter im regulären Rettungsdienst.

Wir überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des nachfolgenden Rettungsdienstes mit qualifizierten lebensrettenden Sofortmaßnahmen!

Die wesentlichen Vorteile des First Responder Systems:

  • Die First Responder haben eine sehr gute Ortskenntnis und sind vor allem wegen der kurzen Wegstecken meist schneller beim Patienten als der reguläre Rettungsdienst.
  • Der Patient ist nicht länger auf zufällig geleistete Erste-Hilfe durch Passanten oder Angehörige angewiesen.
  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen können zwischen fünf und zehn Minuten schneller als bisher eingeleitet werden.
  • Schnelle Rückmeldungen an den Rettungsdienst sind möglich und erleichtern den nachfolgenden Kräften die weitere Einsatzplanung.
  • Der Rettungsdienst wird qualifiziert unterstützt und entlastet. Dies ist dem hohen Ausbildungsniveau zu verdanken.
  • Der Rettungshubschrauber kann ggf. zur Landung eingewiesen und die Besatzung zur Einsatzstelle gebracht werden.
  • Bei größeren Einsätzen kann wertvolle Hilfe geleistet werden.
  • Die Kommunikation zwischen dem Rettungsdienst und der Feuerwehr wird verbessert.
  • Die First Responder der Feuerwehr sind keine Konkurrenz zum bestehenden Rettungsdienst und ersetzen diesen nicht!! Sie unterstützen diesen und überbrücken die Zeit zwischen Eintritt des Notfalls und Eintreffen des Rettungsdienstes.

Die First Responder oder Helfer vor Ort arbeiten ausschließlich freiwillig und ehrenamtlich – zum Wohl der Bürger. Für die Einsätze erhalten              First Responder oder Helfer vor Ort kein Geld und müssen sich durch Spenden finanzieren, d. h. die Fahrzeugbeschaffung, Ausrüstung, das Verbrauchsmaterial und die Schulungen bezahlen.

Die Spende kommt zu 100 % auch wieder dem Spender zu Gute, da keinerlei Personalkosten entstehen und die Spenden ausschließlich für die Beschaffung und den Unterhalt der Ausrüstung verwendet werden.

Die Erfahrung anderer Projekte hat gezeigt, dass die Überlebenschancen der Notfallpatienten durch den Einsatz von First Responder Teams um bis zu 25 % gestiegen sind.